Die App „Das Beste des Tages“ mit Hotel Matze


Expertise
Tech Stack
Laufzeit
Challenge
Matze Hielscher und Philip Siefer pflegen seit acht Jahren ihr persönliches Ritual in Form eines gemeinsamen Tagebuchs in einer Excel-Tabelle. Unsere Aufgabe als Joint-Venture-Partner: Ein radikales „Anti-Social-Network“ komplett ohne Likes, Algorithmen oder Suchtdruck zu erschaffen, das den sicheren Raum für echte Reflexion bewahrt.
Solution
Wir entwickelten eine native App für iOS und Android. Konzipiert nach dem Prinzip der "Calm Technology" verzichten wir bewusst auf Werbung, Streaks und Öffentlichkeit. Ein minimalistisches Design schafft einen ruhigen, geschützten Raum für genau zwei Menschen, der täglich Dankbarkeit fördert und Freundschaften nachhaltig vertieft.
Vom Ritual zum Joint Venture

Key Sprint als Sprungbrett
Als Joint-Venture-Partner verantworteten wir den gesamten Prozess: von der ersten Produktvision über Marktpositionierung und Branding bis zum fertigen Konzept. Bei der Entwicklung stand ein kompromissloses Minimum Viable Product (MVP) im Zentrum: Welche Kern-Mechanik braucht es wirklich, damit sich das Ritual als tägliche Gewohnheit ("Tiny Habit") etabliert? Flankiert wird dies von einem ethischen Monetarisierungsmodell, das anstelle von Datenverkauf auf ein transparentes Abo- und Gutscheinsystem setzt.
Co-Creation für echte digitale Intimität
Bei unserem ersten gemeinsamen Strategie-Workshop in Berlin stand eine zentrale Frage im Raum: Wie schaffen wir im digitalen Raum wieder Platz für tiefe, echte und persönliche Verbindungen? Das Ergebnis dieser intensiven Phase ist ein nachhaltiges App-Konzept für entschleunigtes Journaling. Statt oberflächlicher Feeds tauscht man täglich nur einen prägnanten Moment (sein Highlight) mit einem einzigen Lieblingsmenschen (Bestie) aus. Diese bewusste Abkehr vom gewohnten Social-Media-Stress stärkt die persönliche Reflexion und baut eine ehrliche Bindung auf.

Gemeinsamer Workshop in Berlin

FigJam Board des Workshops
Die Kunst des Weglassens
Gegen den typischen Social-Media-Stress
Wie designt man eine App, wenn man fast nichts aus dem klassischen Designer-Werkzeugkasten benutzen darf? „Das Beste des Tages“ ist ein soziales Netzwerk für genau zwei Menschen: kein Feed, kein Publikum, keine Zahlen. Sämtliche gewohnte Dopamin-Muster mussten wir bewusst streichen. Es gibt keine Likes, Herzen oder Streaks, damit bloß keine vergleichende „Buchhaltung“ darüber entsteht, wer wie oft reagiert oder etwas vergisst. Konzipiert nach dem Prinzip der Tiny Habits galt die eiserne Regel: Alles, was aufwendiger ist als eine Zeile in einer Tabelle, ist eine Verschlechterung.
Handgezeichnet, nahbar und menschlich
Die wohl größte Hürde war es, ein eingespieltes Ritual aus acht Jahren nicht kaputtzumachen. Wir gaben selbst dem leeren Zustand eine eigene Würde: Das Warten auf den Eintrag des Besties fühlt sich nicht wie ein Fehler an, sondern wie ein Brief, der schon unterwegs ist. Auch im UI spiegelt sich diese Reduktion wider: Die App verzichtet auf ein klassisches Menü und setzt stattdessen auf kleine, handgezeichnete Illustrationen. Sie wirken bewusst menschlich und nahbar – als ehrlicher, erfrischender Gegenpol zum makellosen KI-Einheitslook.
„Am schwersten war der leere Zustand. In den meisten Apps ist „hier ist noch nichts“ ein Sonderfall, den man wegdesignt. Bei uns ist er der Normalzustand: Du beschreibst deinen Moment und wartest, bis dein Bestie ebenfalls seinen Moment notiert. Dieses Warten darf sich nicht wie ein Fehler anfühlen und nicht wie ein Vorwurf, sondern wie ein Brief, der schon unterwegs ist.“

Kleine, handgezeichnete Illustrationen
Schlank im Betrieb, skalierbar im Herzen
Eine flüssige App für iOS und Android
Damit ein tägliches Ritual in Sekundenschnelle funktioniert, muss die Technik unsichtbar bleiben – selbst bei komplexen Edge Cases durch unterschiedliche Zeitzonen und Geräte. Im Frontend sorgt React Native für eine schlanke Performance auf iOS und Android, während unter iOS SwiftUI und WidgetKit via App Groups ein natives Homescreen-Widget antreiben. Datenschutzkonformes Sign in with Apple, StoreKit Subscriptions und nahtloses Deep-Linking für das Bestie-Pairing runden das mobile Erlebnis ab.
Unsichtbare Technik für ein reibungsloses Erlebnis
Im Backend setzen wir auf ein maßgeschneidertes Go-Boilerplate mit CQRS-Architektur (Command Query Responsibility Segregation), GraphQL-API und Asynq als Task-Queue. Dieses Setup verarbeitet asynchrone Hintergrundaufgaben und Lastspitzen vollkommen fehlertolerant. Durch End-to-End-Typsicherheit und das Hosting als einzelnes, wartungsarmes Binary halten wir die Systemkomplexität langfristig minimal. Das Ergebnis ist ein extrem robustes, skalierbares Fundament, das typische Hürden der App-Stores mühelos meistert.
„Interaktionen zwischen zwei Menschen über verschiedene Zeitzonen hinweg erzeugen unzählige Edge Cases. Dank unseres Go-Backends mit CQRS und GraphQL fangen wir diese Komplexität im Hintergrund sauber ab – schlank im Hosting, extrem skalierbar und absolut zuverlässig im Betrieb.“

8 von über 100 Screens des Figma Prototypen






